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In den nächsten Kapiteln dürfen Sie, liebe Leserin und lieber Leser, nun mehr über die Entstehung und den Werdegang dieser Gruppierung lesen.
Vorgeschichte
Die Gemeinde Niedereschach besteht aus den Ortsteilen Niedereschach, Schabenhausen, Kappel und Fischbach, das als letzter Teilort 1974 nach einigen Querelen - ein Teil der Einwohner wollte lieber nach Königsfeld eingemeindet werden - dazukam. Der Gemeinderat tagte (und tagt heute noch) in Niedereschach, Ortschaftsräte gibt es in Schabenhausen, Kappel und Fischbach. Im Gemeinderat sitzen 18 - 20 Männer und seit Jahren immer eine Frau, bis 1989 Irmgard Schöller aus Schabenhausen für die Freien Wähler, 1989 - 1994 Karin Bader, ebenfalls Freie Wähler, aus Niedereschach ("Frau Dr. Bader"). Auch die SPD war von Zeit zu Zeit mit einem bis zwei Vertretern im Gemeinderat dabei. Vor allem Neubürger waren es, die nach einigen Jahren der Konzentration auf eher private und familiäre Belange (Kinder bekommen und großziehen, Häuser kaufen und herrichten...) den Eindruck hatten, kommunalpolitisch in einem ziemlich tiefen Sumpf zu sitzen. Es klüngelte allüberall, Informationen aus der Arbeit des Gemeinderats und der Ortschaftsräte drangen spärlich und nur unwillig aus den Mauern des Rathauses. Eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger schien von Seiten der Verwaltung, und hier inbesondere von Bürgermeister Otto Sieber, CDU, aus weder erstrebenswert noch erwünscht, sodaß es für Bürgerinnen und Bürger oft frustrierend war, daß Entscheidungen, die ihr ganz persönliches Umfeld betrafen, erst nach Beschlüssen der Räte und durch Presseberichte bekannt wurden und ihnen keine Möglichkeit gegeben worden war, ihre Meinung dazu kundzutun oder auf die Abstimmung im Vorfeld irgendeinen Einfluß zu nehmen.
Direkter Anlaß, aktiv zu werden, war die geplante Erweiterung einer Straße namens Sinkinger Straße in Fischbach. Diese sollte auf einem bisher mehr oder weniger nur Einheimischen bekannten Schleichweg zur Autobahn Richtung Rottweil als breite Straße, von den Gegner "Autobahnzubringer" genannt, ausgebaut werden - bezeichnenderweise durch ein Naturschutzgebiet. Da diese Straße mitten durch das Dorf Fischbach, vorbei am Kindergarten und am Schulweg vieler Kinder, führte, war natürlich mit einer erhöhten Belastung durch den Autoverkehr zu rechnen. Da dies das ganze Dorf Fischbach anging, fanden sich eine Handvoll mutige und engagierte Männer und Frauen zusammen, die die Bevölkerung auf diese kommende Belastung aufmerksam machen wollten, Sie fanden sich sogar bereit, von Haustür zu Haustür zu gehen, über den geplanten Straßenausbau aufzuklären und Unterschriften dagegen zu sammeln. Es kamen natürlich viele Unterschriften zusammen und diese wurden dann, zusammen mit einer Resolution, dem Bürgermeister übergeben - was, wie sich im Nachhinein herausstellte, falsch war: einzelne Bürgerinnen und Bürger wurden wegen ihrer Unterschrift gezielt durch den Bürgermeister unter Druck genommen und dumm angemacht.
Zweiter Auslöser für verstärktes kommunalpolitisches Engagement war die nebenbei entdeckte Tatsache, daß ein im Dorf wohlbekannter Bauunternehmer die Entsorgung eines alten abgebrannten Fabrikgebäudes ("Pulvermühle Niedereschach" mit Galvanik etc.!) übernommen hatte und sich damit eine goldene Nase verdiente, daß er das komplette Abrißmaterial auf eine von ihm gepachtete Wiese im oben erwähnten Naturschutzgebiet verbrachte, dort verbuddelte und mit einer (hauchdünnen) Schicht Erde überdeckte. Die Entdeckung dieses Umweltskandals wurde natürlich dem Landratsamt, dem dortigen Umweltamt und dem Landratmitgeteilt (samt Päckchen mit Aushubfunden und Gummihandschuhen!) und sorgte für einigen Wirbel - allerdings nicht für genug, wie die Aktivisten der damals noch nicht gegründeten LBU befanden.
Entstehung und Gründung der LBU
Was tun? Es mußte ein Weg zu finden sein, solchen Sauereien schon vor deren Entstehung bzw. Bekanntwerdung einenRiegel vorschieben zu können. Dies war der Zeitpunkt, wo sich unsere mutigen Männer und Frauen Hilfe von außerhalb herbeiholten: in Bad Dürrheim gab es eine LBU, die Reinhard Lindenhahn schickte, und von der Tuninger LBU kam Emil Maier. In der Pizzeria Postkarle wurde im Sommer 1989 an einem schönen Sommersonntag Vormittag dann die LBU Niedereschach gegründet, die noch einigen Staub aufwirbeln würde. |